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Verfahrensvarianten bei der Dosierung

 
Gemischdosierung mit freifließender Hauptkomponente
 
Systemeinbindung für S7
 
Kennzeichnend für die Betriebsart mit freifließender Hauptkomponente ist:
  • Die Gemischaufbereitung garantiert mit kontinuierlicher gravimetrischer Dosierung eine optimale Mischgüte in Zusammensetzung und Kontinuität.
  • Das Fehlen einer Nebenkomponente wird durch den Hauptmaterialstrom ausgeglichen.
  • Der Hauptmaterialstrom wird gravimetrisch gemessen, gelangt jedoch ohne Dosierschnecke direkt in den Materialeinzug. Masterbatch oder Mahlgut kann so ‚geschützt‘ in den Kernstrom geführt werden.
  • Die Nebenkomponenten werden gravimetrisch gemessen und über einen Sammeltrichter in die Mitte des Hauptmaterialstroms geführt
  • Die Durchmischung des Materials erfolgt erst im Extrudereinzug durch die Verwirbelung mit der Schnecke.
Die Variante mit freifließender Hauptkomponente wird häufig in der Extrusion von Flach oder Blasfolien sowie bei der Rohrextrusion eingesetzt.
Es ist zu beachten, daß die Austrittsöffnung der Hauptkomponente groß genug gewählt ist für den maximalen Durchsatz des Extruders.
Die Steuerung der Dosierstation benötigt die Schneckendrehzahl des Extruders, um daraus mit der Schneckenkennlinie den Durchsatz zu berechnen. Bei einer Änderung des Arbeitspunktes werden die geregelten Nebenkomponenten synchron angeglichen, um das Mischungsverhältnis zu behalten.
Unterdosierte Extruderfütterung
 
Unterdosierung bei der Extruderfütterung
 
Kennzeichnend für diese unterdosierte Betriebsart ist:
  • Die Gemischaufbereitung mit kontinuierlicher gravimetrischer Dosierung garantiert eine optimale Mischgüte in Zusammensetzung und Kontinuität.
  • Der Extruder kann mehr Material abtransportieren, als über die Dosierung geliefert wird.
  • Es bildet sich keine Materialvorlage.
  • Die Gefahr der Entmischung besteht nicht.
Die Unterfütterung ist die typische Betriebsart für Doppelschnecken-Extruder. Ebenso kann eine Förderbandeinheit in dieser Variante betrieben werden.
Der Gesamt-Sollwert für die Dosierstation wird aus Erfahrungswerten mit einem Unterdosierfaktor von etwa 10 % geringer eingestellt als die Abzugsleistung des Extruders. Beim Anfahren kann dieser Unterdosierfaktor noch stärker eingestellt werden.
Ist die Unterdosierung nicht mehr gewährleistet, so steigt die Materialvorlage im Extrudereinzug ohne Begrenzung an. Ein Max-Sensor im oberen Teil des Extrudereinzugs überwacht die Dosiereinheit, alarmiert und schaltet bei Bedarf ab.
Gemischdosierung mit Niveauregelung vor dem Extruder
 
 Gemischdosierung mit Niveauregelung
 
Kennzeichnend für die niveaugeregelte Betriebsart ist:
  • Die Gemischaufbereitung garantiert mit kontinuierlicher gravimetrischer Dosierung eine optimale Mischgüte in Zusammensetzung und Kontinuität.
  • In der Mischkammer fallen die Körner auf eine schräge Platte und vermischen sich optimal. Die Gefahr der Entmischung besteht nicht.
  • Die Dosierleistung muß auf die abgenommene Menge des Extruders abgestimmt werden. Eine zu geringe Dosierung führt zu einer Unterdosierung, eine zu große Dosierleistung führt zum Überlaufen und Abschalten.
  • Aus der Höhe des Materialniveaus wird der Sollwert für die Dosierstation gebildet. Bei kleinem Durchsatz ist die Niveausonde bis zum oberen Bereich und bei großem Durchsatz nur im unteren Bereich bedeckt.
Die voll gefütterte Betriebsart ist typisch für Einschnecken-Extruder. Durch die Nutzung der Niveausonde kann die Dosierstation ohne eine Entmischung des Materials weiter oberhalb des Extruders plaziert sein. Die Verbindung zur Dosierstation kann über ein Fallrohr bis zum Einzugsbereich des Extruders mit Niveausonde realisiert werden.
Gemischdosierung im Start-Stop-Betrieb
 
Start-stop- Betrieb
 
Die Gemischaufbereitung im Start-Stop-Betrieb ist eine Variante ohne stetige Dosierung. Es ergibt sich eine dynamische Entkopplung zwischen dem Dosiersystem und der Materialentnahme durch z.B. einen Extruder oder eine Vorratsbereitstellung für Spritzgießmaschinen.
Kennzeichnend für die Variante im Start-Stop Betrieb ist:
  • Die Gemischaufbereitung garantiert mit kontinuierlicher gravimetrischer Dosierung eine optimale Mischgüte in Zusammensetzung und Kontinuität.
  • In der Mischkammer fallen die Körner auf eine schräge Plattte und vermischen sich optimal. Die Gefahr der Entmischung besteht nicht.
  • In der Mischkammer befinden sich 2 Sensoren für Ober- und Untergrenze des Füllstandes im Materialeinzug. Damit wird die Materialzufuhr für die nachfolgende Materialentnahme eines Extruders oder einer Spritzgießmaschine sichergestellt.
  • Die Dosiereinheit ist so dimensioniert, daß die kleinste Komponente mindestens 100g pro Befüllzyklus dosiert. Der Gesamtdurchsatz der Dosierstation ist etwa 10 % größer zu wählen, als der maximale Durchsatz der nachgeschalteten Materialentnahme.
  • Das Taktverhältnis von Startphasen zu Stopphasen spiegelt den Arbeitspunkt wider. Bei einem kleinen Gesamtdurchsatz ist die Einschaltzeit kurz, die Ausschaltzeit jedoch lang. Bei großem Gesamtdurchsatz ist es umgedreht.
 
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